Salzwiesen, © Dirk Topel, Die Nordsee GmbH

Salzwiesen

Salzwiesen - Verlandungszone der Nordsee

Endlich am Wattenmeer – erwartungsvoll wird der Deich erklommen. Der erste Blick auf die Nordsee ist bei jedem Urlaub ein unvergessliches Erlebnis. Doch auf viele Besucher, die diesen Blick das erste Mal genießen, wartet eine echte Überraschung: Zwischen Deich und Watt liegen weitläufige, farbenfrohe Wiesen. Und diese Wiesen sind etwas ganz Besonderes. Ihr Name: Salzwiesen. Ihre Besonderheit: Sie werden je nach Höhenlage mehr oder weniger regelmäßig vom Meerwasser der Nordsee überflutet.

Salzwiesen bilden die so genannte Verlandungszone der Nordsee. Hier trifft das Wasser auf Land. Die regelmäßige Überflutungen und der hohe Salzgehalt des Meerwassers erfordern echte Spezialisten der Pflanzenwelt. Sie haben sich an die Gegebenheiten in den Salzwiesen angepasst und bilden zusammen mit rund 400 Tierarten einen einzigartigen Lebensraum.

Überlebensstrategien in der Salzwiese

Dabei hat jede Pflanze ihre eigene Überlebensstrategie entwickelt. Nicht jede Stelle auf einer Salzwiese eignet sich für jede Pflanze. Welche Exemplare sich wo am wohlsten fühlen, entscheidet vor allem die Höhenlage.

Queller

Der Queller wächst auch in niedrigen Höhen, der so genannten Quellerzone, die zweimal am Tag vom Meerwasser überflutet wird. Er speichert Wasser in seinen Zellen und verdünnt so den Salzgehalt. Diese Überlebensstrategie lässt sich am Geschmack erkennen. Probiert man ein Stück Queller, schmeckt man sofort das Salz. Aber auch mit dem Auge erkennt man: Der Queller „quillt“ im Laufe der Zeit auf.

Andelgras und Strandflieder

Das Andelgras wächst in den etwas höheren Lagen der Salzwiese, dem Andelgrasrasen, der nicht täglich überflutet wird. Bei Springtiden oder höheren Wasserständen steht aber auch dieser Bereich unter Wasser. Das passiert ca. 100- bis 200-mal im Jahr. Im Andelgrasrasen wachsen auch Pflanzen wie die Strandsode oder der Strandaster.

Hier finden sich Pflanzen, deren Blätter in der Sonne besonders glänzen und glitzern. Schaut man genauer hin, erkennt man feine Salzkristalle. Dieses überschüssige Salz transportiert der Strandflieder durch spezielle Drüsen auf seine Blattoberflächen.

Rotschwingel und Portulak-Keilmelde

Die vielfältigste Zone der Salzwiese ist die Rotschwingelzone. Diese wird nur selten vom Meerwasser überspült. Hier wachsen nicht nur zahlreiche Pflanzen-, in dieser Zone leben auch einige Tierarten, die sich an die salzhaltige Umgebung gewöhnt haben. Vor allem Insekten fühlen sich in den Salzwiesen wohl, aber auch Vögel nutzen die Wiesen zum Brüten.

In dieser Zone wächst auch die Portulak-Keilmelde, die einen ganz eigenen Umgang mit dem Salz entwickelt hat: Sie besitzt an den Blättern kleine Härchen, in denen das überschüssige Salz gesammelt wird. Sobald diese Härchen „gefüllt“ sind, werden sie abgeworfen.

Salzwiesen entdecken

Salzwiesen sind einzigartige Naturlandschaft, die eine enge Kooperation von Pflanzen und Tieren voraussetzt. Um dieses empfindliche System nicht zu stören, sollten Salzwiesen nur auf den festgelegten Wegen betreten und keine Pflanzen gepflückt werden. Salzwiesenpfade oder geführte Entdeckungstouren bieten ebenfalls tolle Möglichkeiten, um mehr über das Ökosystem Salzwiese zu erfahren.

Salzwiesen entdecken

Langwarder Groden, © Florian Trykowski

Langwarder Groden


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