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Tourismuswirtschaft an der niedersächsischen Nordsee sucht Möglichkeiten für mehr nachhaltige Mobilität
8. Tourismustag zum Thema „Nachhaltige Mobilität“

An Niedersachsens Nordsee soll es künftig mehr Möglichkeiten für eine nachhaltige Mobilität geben. Darauf verständigten sich Akteure aus Tourismus, Politik und ÖPNV beim 8. Nordsee Tourismustag am heutigen Montag. Dazu begrüßten der Tourismusverband Nordsee e. V. und Die Nordsee GmbH rund 150 Teilnehmer im Atlantic Hotel in Wilhelmshaven. Neben ausführlichen Gesprächen über mögliche Lösungsansätze wurden bereits bestehende Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig an der Nordsee. „Wir müssen allerdings etwas dafür tun - wir müssen die Region weiterhin entwickeln“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies zu Beginn der Veranstaltung.

Die Organisatoren und Referenten des 8. Nordsee Tourismustags v.l.n.r.: Christopher Krull (Geschäftsführer Schwarzwald Tourismus GmbH), Rolf Kopper (Aufsichtsratsvorsitzender, Die Nordsee GmbH), Carolin Wulke (Geschäftsführerin, Die Nordsee GmbH), Prof. Dr. Enno Schmoll (Jade Hochschule), Armin Kanning (Geschäftsführer, Wangerland Touristik GmbH) und Amke Behrends (Die Nordsee GmbH). Hier nicht im Bild war der Refefrent Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband e. V., © Katja Benke/Die Nordsee GmbH

Schortens/Wilhelmshaven, 1. Februar 2016 – An Niedersachsens Nordsee soll es künftig mehr Möglichkeiten für eine nachhaltige Mobilität geben. Darauf verständigten sich Akteure aus Tourismus, Politik und ÖPNV beim 8. Nordsee Tourismustag am heutigen Montag. Dazu begrüßten der Tourismusverband Nordsee e. V. und Die Nordsee GmbH rund 150 Teilnehmer im Atlantic Hotel in Wilhelmshaven. Neben ausführlichen Gesprächen über mögliche Lösungsansätze wurden bereits bestehende Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig an der Nordsee. „Wir müssen allerdings etwas dafür tun - wir müssen die Region weiterhin entwickeln“, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies zu Beginn der Veranstaltung.

In seinen Begrüßungsworten sprach sich Lies auch für eine Entwicklung der Bahn- und Fernbusanbindung sowie der Mobilität vor Ort aus. „Elektroautos sind eine Chance, die wir nutzen sollten, um unseren Urlaubern eine höhere Mobilität vor Ort zu ermöglichen“, sagte Lies.

Ein echtes Vorzeigeprojekt aus der Region
Die Nordsee Flitzer sind eines dieser funktionierenden Beispiele an der niedersächsischen Nordseeküste. Armin Kanning, Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH, stellte das Gemeinschaftsprojekt einiger Küstenorte vor. In erster Linie ginge es dabei um eine elektrische Mobilität der Urlauber an der Küste. Denen stehen seit August 2015 insgesamt 10 Elektroautos, die Nordsee Flitzer, zur Verfügung. Für Inhaber der Nordsee ServiceCard sind die ersten vier Stunden kostenlos. Jede weitere Stunde kostet dann 6,90 Euro. „Das Angebot wird von unseren Gästen hervorragend angenommen, obwohl wir noch gar nicht ins Marketing eingestiegen sind“, zieht Kanning nach einem knappen halben Jahr Bilanz. Weitere Fahrzeuge sowie eine Online-Buchbarkeit sind in Planung. Für die diesjährige Hauptsaison erwarten alle Beteiligten eine große Nachfrage.

Inlandstourismus: PKW noch Verkehrsmittel Nr. 1
Alltag ist dies jedoch noch nicht. Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband e. V. stellte Zahlen und Fakten zum nachhaltigen Tourismus in Deutschland vor. Demnach wünschen sich 31 % der Deutschen einen möglichst ökologisch verträglichen Urlaub, 38% sprechen sich für einen sozial verträglich Urlaub aus (Quelle: Reiseanalyse der F.U.R., 2014). Das Interesse an nachhaltigen Reisen sei damit klar gegeben. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass dem Gast keine Mehrkosten entstünden und seine Ansprüche und Bedürfnisse trotzdem erfüllt würden. Dies geht aus einer zusätzlichen Befragung der F.U.R. zum Thema „Nachhaltiges Reisen“ aus dem Jahr 2014 hervor. „Es zeigt sich jedoch, dass 74% der Deutschen mit dem PKW in den Inlandsurlaub reisen“, so Dunkelberg. Lediglich 11% der Deutschen reisen mit der Bahn, 7% mit dem Bus an. Im Bundesdurchschnitt dominiert damit klar die individuelle Anreise mit dem PKW.

Schwarzwald: mit gutem Beispiel voran
Ganz anders scheint das im Schwarzwald zu funktionieren. Die Urlaubsregion im Süden Deutschlands führte bereits vor 10 Jahren die sogenannte KONUS-Karte ein. Damit können Gäste im Schwarzwald für die Dauer ihres Aufenthaltes Busse und Bahnen kostenlos nutzen. Dies führte u.a. dazu, dass 19% der Gäste mit der Bahn in den Schwarzwald reisen. Zur Gegenfinanzierung wurden sowohl der Fremdenverkehrsbeitrag als auch die Kurtaxe erhöht. Das Ergebnis war eine höhere Auslastung des öffentlichen Personennahverkehrs auf der einen Seite und eine Imageaufbesserung für die gesamte Tourismusregion auf der anderen Seite. „Mit der KONUS-Karte haben wir es geschafft neue Kundengruppen zu erschließen. Die Gästezahlen sind seitdem stetig gestiegen“, fasste Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, das 10-jährige Projekt zusammen. Auch die erhöhte Kurtaxe sei vom Kunden akzeptiert worden, „weil es dafür einen echten Mehrwert gibt“, betonte Krull. Für die Idee bekam die Region im Jahr 2013 sogar den ÖPNV-Innovationspreis des Verkehrsministeriums.

Unterstützung erfuhren die Organisatoren des diesjährigen Nordsee Tourismustags von der Stadt Wilhelmshaven und vom Industrieclub Roffhausen e. V. Ronald Brandes vom Industrieclub und Dr. Monika Michaelsen von der Stadt Wilhelmshaven beschäftigen sich schon seit ca. drei Jahren mit dem Thema – allerdings bislang für die Region und ihre Bewohner. „Das Thema ist jedoch auch für den Tourismus hoch interessant. Das hat die heutige Veranstaltung auch deutlich gezeigt“, sagten beide am Ende des Tages.


Bildunterschriften
PF1:
Trafen sich auf dem 8. Nordsee Tourismustag, um über nachhaltige Mobilität zu sprechen: Holger Kohls (Geschäftsführer, Die Nordsee GmbH), Ronald Brandes, Dr. Monika Michaelsen und Nikŝa Maruŝić (Stadt Wilhelmshaven), Sonja Janßen (Tourismusverband Nordsee e. V.) Carolin Wulke (Geschäftsführerin, Die Nordsee GmbH),  Andreas Leonhardt, Holger Barkowski (Bürgermeister, Stadt Wilhelmshaven) und Wirtschaftsminister Olaf Lies.

PF2: Diskutierten über Klimaschutz, Windenergie und die Notwendigkeit einer Förderung nachhaltiger Mobilität: Matthias Brucke (Automotive Nordwest e.V.), Wirtschaftsminister Olaf Lies, Ronald Brandes (Industrieclub Roffhausen e. V.), Christopher Krull (Schwarzwald Tourismus GmbH), Moderator Gerd Abelt, Armin Kanning (Wangerland Touristik), Sven Ambrosy (Vorsitzender des Nordsee Tourismusverbandes e.V.) und Tilli Rachner (Verkehrsregion-Nahverkehr Ems-Jade GbR)

PF3: Die Organisatoren und Referenten des 8. Nordsee Tourismustags v.l.n.r.: Christopher Krull (Geschäftsführer Schwarzwald Tourismus GmbH), Rolf Kopper (Aufsichtsratsvorsitzender, Die Nordsee GmbH), Carolin Wulke (Geschäftsführerin, Die Nordsee GmbH), Prof. Dr. Enno Schmoll (Jade Hochschule), Armin Kanning (Geschäftsführer, Wangerland Touristik GmbH) und Amke Behrends (Die Nordsee GmbH). Hier nicht im Bild war der Refefrent Dirk Dunkelberg vom Deutschen Tourismusverband e. V.

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