Beim 9. Nordsee Tourismustag versammelten sich Vertreter aus Politik und (Tourismus-)Wirtschaft: Sonja Janßen (Tourismusverband Nordsee e.V.), Amke Behrends (Die Nordsee GmbH), Armin Kanning (Wangerland Touristik GmbH, Sven Ambrosy (Landkreis Friesland), Carolin Wulke (Die Nordsee GmbH), Daniela Behrends (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Jan Sönnichsen (Destination LAB GmbH, Armin Korok (Kristine Honig (Tourismuszukunft) und Ulrich von dem Bruch (Lüneburger Heide GmbH), © Die Nordsee GmbH

Nordsee Tourismustag 2017: mit neuem Schwung in die Zukunft
Destinationsmanagement an der niedersächsischen Nordsee muss zukunftsfähig werden.

Schortens/Horumersiel, 30. Januar 2017 – Der 9. Nordsee Tourismustag am 30. Januar in Horumersiel war geprägt vom Wunsch nach Veränderungen. Die Arbeit der Tourismusorganisationen muss zukunftsfähig werden: frischer, moderner und auf die Bedürfnisse des Gastes zugeschnitten – die Nordsee 2.0 sozusagen. Dieser Meinung waren nicht nur die drei Referenten der diesjährigen Netzwerkveranstaltung, sondern auch die rund 150 Teilnehmer.

„Eigentlich ist alles ganz einfach“, sagte Armin Korok, Aufsichtsratsvorsitzender der Nordsee GmbH, in seinen Begrüßungsworten zum diesjährigen Nordsee Tourismustag. „Der Gast muss im Mittelpunkt stehen, demnach sollten wir uns nach seinen Bedürfnissen richten“. Dafür sei es notwendig das berühmte Kirchturmdenken abzulegen und gemeinsam eine zukunftsfähige Strategie für die gesamte Region zu entwickeln. „Die Nordsee 2.0 sozusagen“, sagte Korok. „Die Nordsee ist die wichtigste Reiseregion in Niedersachsen“, bestätigte Daniela Behrends, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. In Hannover bestehe großes Interesse daran, dass sich die niedersächsische Nordsee als Urlaubsregion weiterentwickle und es wieder echte Leuchtturmprojekte gebe.

Was Deutschlands Touristiker aktuell bewegt, stellte Kristine Honig in ihrem Vortag rund um Marken, Kommunikation und zukünftige Ansprüche an den Tourismus heraus. So seien Marke und Identität häufig zweierlei. „Die Produkte, die unter einer Marke zusammengefasst werden, müssen diese Marke widerspiegeln“, stellte Kristine Honig heraus. Zukünftig werde es noch wichtiger sein, die Zielgruppe schnell und aktuell mit Informationen zum Nordseeurlaub zu versorgen. „Nutzen Sie die digitalen Kanäle, die Ihnen für die Kommunikation mit Ihren Urlaubern zur Verfügung stehen“, forderte sie die Teilnehmer auf. Auch die interne Kommunikation zwischen den zuständigen Touristikern sei wichtig „Setzen Sie sich zusammen, reden Sie miteinander“, forderte sie die Teilnehmer auf.

Wie eine Destination mit einer zukunftsfähigen Strategie „ausgerüstet“ werden kann, erklärte Ulrich vom dem Bruch. In 2008 übernahm er die Geschäftsführung der Lüneburger Heide GmbH und stand vor reichlich Problemen: hohe Bekanntheit der Region, dennoch rückläufige Gästezahlen und ein angestaubtes Image. „Bekanntheit ist gut aber offensichtlich nicht alles“, gab von dem Bruch zu bedenken. „Eine Destination braucht eine Philosophie, keiner kann alles. Wir sollten uns auf das spezialisieren, was wir am besten können. Jedoch immer mit Blick auf die Wünsche des Gastes“, so der Chef-Touristiker. „Meine Mitarbeiter schauen sich täglich die Zahlen vom Vortag an: Wie viele Buchungen gab es, welche Reaktion in den sozialen Medien u.s.w.“. Ebenfalls neu: Die Tourismusstrategie der Lüneburger Heide hat ihre Zielgruppen nicht mehr nach demografischen Gesichtspunkten definiert, sondern nach Lebensstilen. Im Hinblick darauf wurden Texte und Bilderwelten angepasst und die touristischen Produkte völlig neu ausgerichtet, beispielsweise an den Bedürfnissen der sogenannten Vital- oder Natur-Urlauber.  

Mit Lifestyle-Marketing in die Zukunft – ist das schon die Lösung? Nach Jan Sönnichsen, touristischer Projektentwickler bei der Destination LAB GmbH, bedarf es zunächst einiger Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, um den Anreiz potentieller Privatinvestoren zu erhöhen. Er präsentierte zwei Beispiele aus Schleswig-Holstein, darunter Heiligenhafen an der Ostsee. „Hier ging die Gemeinde mit einem großen Projekt in Vorleistung, um die Infrastruktur des Ortes wieder auf ein zeitgemäßes Level zu bringen“ beschrieb Sönnichsen den Beginn des Projekts. Nach einer gewissen Vorlaufzeit sei es gelungen die vorangegangenen öffentlichen Investitionen mit Folgeinvestitionen aus der Privatwirtschaft zu verbinden. Starkes Wachstum im zweistelligen Bereich in den Übernachtungs- und Gästezahlen waren die Folge.
Der Mut für ein solches Projekt muss in jeder Destination vorhanden sein. „Und dann heißt es: Kurs halten! Destinations- und Produktentwickler müssen in einem Boot sitzen. Nur dann kann es eine positive touristische Entwicklung geben“, so Sönnichsen.

Bildunterschriften:
PF1: Beim 9. Nordsee Tourismustag versammelten sich Vertreter aus Politik und (Tourismus-)Wirtschaft: Sonja Janßen (Tourismusverband Nordsee e.V.), Amke Behrends (Die Nordsee GmbH), Armin Kanning (Wangerland Touristik GmbH, Sven Ambrosy (Landkreis Friesland), Carolin Wulke (Die Nordsee GmbH), Daniela Behrends (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) Jan Sönnichsen (Destination LAB GmbH, Armin Korok (Kristine Honig (Tourismuszukunft) und Ulrich von dem Bruch (Lüneburger Heide GmbH)

PF2: Diese drei Referenten brachten zum 9. Nordsee Tourismustag frischen Wind in die Region (v.l.n.r.): Jan Sönnichsen (Destination LAB GmbH, Kristine Honig (Tourismuszukunft) und Ulrich von dem Bruch (Lündeburger Heide GmbH)

 

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