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Klage gegen Erhebung von Strandeintritt in der Gemeinde Wangerland abgewiesen

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschied gestern am späten Abend über das Berufungsverfahren zur Erhebung von Strandeintritt in der Gemeinde Wangerland. Zwei Kläger aus der Nachbargemeinde hatten unentgeltlichen Zugang zu den Stränden der Gemeinde gefordert. Das Gericht wies die Klage zurück. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen.

Unverbauter Blick in Dangast, © Die Nordsee GmbH

20. Februar 2016 – Lüneburg/Schortens. Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg entschied gestern am späten Abend über das Berufungsverfahren zur Erhebung von Strandeintritt in der Gemeinde Wangerland. Zwei Kläger aus der Nachbargemeinde hatten unentgeltlichen Zugang zu den Stränden der Gemeinde gefordert. Das Gericht wies die Klage zurück. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen.

Rechtliche Grundlage für die Klage war in erster Linie das Bundesnaturschutzgesetz. Darin heißt es, dass jedermann das Recht zustehe freie und ungenutzte Landschaften zu betreten.  Die Kläger, unter ihnen auch der Schortenser Janto Just, scheiterten bereits vor dem Verwaltungsgericht in Oldenburg an dieser Anspruchsgrundlage. Tatsächlich verpachtet das Land Niedersachsen die betreffenden Strandabschnitte an die Wangerland Touristik GmbH. Diese nutzt die Flächen als kommerzielle Freizeiteinrichtung.

Im Berufungsverfahren verfolgen die Kläger ihr Zutrittsrecht weiter, beschränken dieses aber nun auf ganz konkrete Strandabschnitte, die von der Wangerland Touristik nicht in dem Maße „bewirtschaftet“ werden. Da – nach Angaben der Wangerland Touristik GmbH - die jeweiligen Strandabschnitte jedoch nicht in geforderter Weise teilbar sind, kam es bislang nicht zu einer Einigung zwischen den Parteien.

Der Zugang zu den Stränden an der niedersächsischen Nordseeküste ist recht unterschiedlich geregelt. Der überwiegende Teil wird von den Besitzern mit Infrastruktur gestaltet und gepflegt. Dazu gehören die Säuberung der Grün- und Sandflächen, die Bereitstellung von sanitären Anlagen (Toiletten, Duschen), Bewachung von Badestränden oder auch die Einrichtung von Spielplätzen auf diesen Strandabschnitten. Die Nutzung dieser Strandbereiche wird über den Kurbeitrag oder den Strandeintritt abgegolten. Beides wird zur Refinanzierung herangezogen und trägt in erheblichem Maße zur jährlichen Finanzierung von Pacht und Bewirtschaftung der Strandflächen bei.

Da die Zäune im Allgemeinen als unansehnlich  gelten, haben bereits einige Orte ihre Begrenzungen entfernt, wie beispielsweise Norden-Norddeich oder Varel-Dangast. Nach Angaben vom Dangaster Kurdirektor Johann Taddigs hatte der „unverbaute“ Blick auf den Jadebusen einen positiven Imageeffekt auf das kleine Nordseebad. „Seit 2014 gibt es keinen Strandeintritt mehr in Dangast. Durch den Abbau der Zäune und die Modernisierung insgesamt, ist der Strandbereich deutlich attraktiver geworden“, so Taddigs. Die fehlenden Einnahmen mussten jedoch aufgefangen werden. So wurden in den vergangenen Jahren die Parkgebühren sowie die Mietpreise für Strandkörbe moderat angehoben.

Für die Attraktivität der niedersächsischen Nordsee sind saubere Strände sowie deren Infrastruktur enorm wichtig. Für viele Urlauber sind sie ein Entscheidungskriterium, insbesondere während der Hauptsaison. Das Urteil bestätigt die bisherige Grundlage zur Erhebung von Strandeintritten und verschafft den Orten und Gemeinden die Möglichkeit einer flexiblen Refinanzierung der vom Land Niedersachsen gepachteten Strände.

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