World Future Lab, © Klimahaus Bremerhaven

Abenteuer Nordseeküste: Auf den Spuren des Klimawandels
Festland und Inseln mit vielen Erlebnis-Angeboten zu Wetter, Deich und Sturmfluten

Schortens, 9. November 2017 – Wer verstehen will wie der Klimawandel, der stetige Anstieg der Meeresspiegel und die extremen Wetterlagen das Leben in Deutschland beeinflussen, der findet keinen besseren Ort zur Schärfung des ökologischen Bewusstseins als die niedersächsische Nordsee. Eine Katastrophe wie die Weihnachtsflut vor 300 Jahren wird es sicherlich nicht wieder geben, doch auch heute fegt der Wind über das Land, und brechen sich die Sturmfluten an gewaltigen Deichen. Drinnen ist es dafür umso gemütlicher, auch in den vielen Museen und Orten entlang der Nordseeküste und auf den sieben Ostfriesischen Inseln, die spannend davon erzählen, wie der Mensch gestern und heute sich diesen Herausforderungen der Natur immer wieder stellt. Die Nordsee GmbH stellt nun eine Auswahl an Reisezielen entlang der niedersächsischen Nordsee vor, die sich beispielhaft den Aspekten von Klimawandel und Küstenschutz widmen. 

Im Fokus: Wetter, Meteorologie und Klimawandel 

So startet etwa auf der Nordsee-Insel Norderney zweimal am Tag ein Wetterballon des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in die Stratosphäre. Mit ihm jagt eine Radiosonde durch die Wolkenschichten und schickt unablässig Messdaten zur Bodenstation auf der Erde, die den Meteorologen in Offenbach und aller Welt genauste Information über Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck auch in bodenfernen Schichten liefern. Neun dieser Aufstiegsstellen betreibt der DWD in Deutschland. Der äußerste Nordwesten der Republik wird von Norderney aus abgedeckt, der einzigen Wetterballon-Station in Niedersachsen. Zweimal am Tag lässt sich dieses kostenfreie Schauspiel an der Promenade beim Aussichtspunkt Georgshöhe beobachten, während der Winterzeit jeweils um 11:45 und 23:45 Uhr.

Eine in Deutschland wohl einmalige Wissens- und Erlebniswelt rund um alle Aspekte des komplexen Themas Klima bietet das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Rund 11.500 Quadratmeter umfasst die Einrichtung mit seiner spektakulären Architektur und modernster digitaler Ausstellungskonzepte. Neben dem DWD, der hier ein eigenes Wetterstudio betreibt, gehören das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung sowie das Max-Planck-Institut für Meteorologie zu den Partnern. Seit seiner Eröffnung im Juni 2009 hat es sich zu einer Besucherattraktion entwickelt und ist für Groß und Klein ein unvergessliches Erlebnis.

Im Fokus: Weihnachtsflut, Deichbau und Küstenschutz 

In Dorum an der Wurster Nordseeküste nördlich von Bremerhaven befindet sich Niedersachsens einziges Deichmuseum. In dem mit viel Leidenschaft und Sachverstand ausgestatteten Gebäude lässt sich sehr anschaulich die Entwicklung des Deichbaus an der Nordsee verfolgen. Zu sehen sind viele originalgetreue Modelle und die schweren Geräte jener Zeit, als Deichbau und -pflege noch echte Knochenjobs waren. Die Ausstellung schärft zudem das Bewusstsein für größere erdgeschichtliche Zusammenhänge wie den von Eiszeiten oder Wärmeperioden auf den Meeresspiegel.

Dem Werden und Vergehen ganzer Küstenbereiche widmet sich auch das Museum Leben am Meer in Esens. Die Dauerausstellung gibt ein lebendiges Zeugnis vom stetigen Wandel der Küstenlinie an der Nordsee, vom Untergang und Aufgabe ganzer Dörfer und auch den katastrophalen Folgen der Weihnachtsflut von 1717. Auch ein wenig weiter östlich am Jadebusen zeugt heute noch der Arngaster Leuchtturm von vergangenen Zeiten und Landmassen, die gewaltige Sturmfluten einst wegrissen.

Neben dem Deichbau sind vor allen Dingen die Siel- und Schöpfwerke wichtig für den Küstenschutz. Sie garantieren erst die Entwässerung des Landes, das ohne sie wie eine Badewanne überlaufen würde. Ein sehr großes Siel- und Schöpfwerk befindet sich in Dornumersiel an der ostfriesischen Nordseeküste und steht auch Touristen einmal die Woche zur Besichtigung offen. Dann geht es hinein ins Innere der monumentalen Anlage im Deich, direkt an die riesigen Pumpen, die Millionen von Liter Wasser täglich in die Nordsee geben: ein spannender Ausflug, der einem viele neue Einsichten vermittelt über das Wasserreich Nordsee.

Wie man der Nordsee wieder Raum zurückgibt und dabei den Küstenschutz optimiert, das zeigt beispielhaft ein Projekt in Butjadingen: Direkt bei Fedderwardersiel befindet sich das gelungene Renaturierungsprojekt Langwarder Groden. Mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist dort wieder eine Salzwiese entstanden, die auf einem Rundparcours von vier Kilometern zu besichtigen ist. Sie wird regelmäßig mit Meerwasser überspült und ist ein Paradies für Brut- und Zugvögel.

 

 

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