Seehunde in der Seehundstation, © Beate Ulich / Die Nordsee GmbH

Seehunde und Kegelrobben

Räuber der Nordsee

Weltweit gibt es 34 lebende Robbenarten. In der Nordsee sind vor allem der Seehund und die Kegelrobbe verbreitet. Der Körperbau der Robben ist sehr gut an das Leben im Wasser angepasst. Durch die bewegliche Wirbelsäule und die hinteren Schwanzflossen können sich die Tiere im Wasser pfeilschnell fortbewegen. Dickes Fettgewebe schützt die Robben vor Unterkühlung während ihrer Beutezüge durch die Nordsee.

Seehund oder Kegelrobbe?

Unterscheiden lassen sich Seehund und Kegelrobbe an der Größe und der Form des Kopfes: Kegelrobben haben einen spitz zulaufenden Kopf und ihre Körper sind größer und massiger als die der Seehunde, deren Kopf eher rundlich geformt ist. Die Kegelrobbe ist das größte, freilebende Raubtier in Deutschland und wird bis zu 2,30 Meter lang. Seehunde sind mit bis zu 1,80 Metern Länge deutlich kleiner.

Wie viele Kegelrobben und Seehunde gibt es?

Kegelrobben und Seehunde stehen unter Schutz, ihre Population ist in den vergangen Jahren wieder angewachsen. 2015 wurden in der niedersächsischen Nordsee mehr als 400 Kegelrobben gezählt, davon rund 100 Jungtiere. Die größte Kolonie in der niedersächsischen Nordsee ist auf der Kachelotplate zwischen den Inseln Memmert, Juist und Borkum. Auch am Ostende von Norderney lassen sich einige Kegelrobben beobachten.

Rund 9000 Seehunde leben im niedersächsischen Wattenmeer. Seehunde sind Einzelgänger und in großer Anzahl vor allem auf den Seehundbänken im Wattenmeer zu sehen. Dort halten sie gerne einen Mindestabstand zu ihren Nachbarn und vermeiden Berührungen mit ihren Artgenossen.

Wie sieht der Robben-Alltag im Wattenmeer aus?

Kegelrobben und Seehunde  wandern viel im Wasser umher, ihre Beutezüge dauern oft mehrere Tage und führen sie weit in die Nordsee hinaus. Sie ernähren sich von Fischen und Kleinkrebsen. Die Tauchgänge der Seehunde können bis zu 30 Minuten dauern und bis zu 200 Meter tief sein. Kegelrobben tauchen dagegen etwas kürzer (20 Minuten) und nicht ganz so tief (140 Meter). Nach einigen Tagen kehren die Kegelrobben und Seehunde ins Wattenmeer zurück und erholen sich gemeinsam auf den Sandbänken.

Was ist mit dem Nachwuchs?

Zur Paarungszeit finden sich die Kegelrobben in kleinen Kolonien zusammen. Kegelrobben bringen ihre Jungen im Winter zwischen November und Januar an ruhigen Plätzen, die nicht überspült werden, auf die Welt. Die Jungtiere wiegen zwischen 10 und 15 kg und haben ein weißes, flauschiges Fell, das sie vor Wind schützt. Sie werden nach zwei bis drei Wochen abgestillt und bleiben bis zum Fellwechsel noch einige Zeit allein am Strand zurück. In dieser Zeit zehren sie von ihrer Speckschicht. Danach machen sie sich selbstständig auf den Weg zu den Jagdrevieren in der Nordsee.

Die Wurfzeit der Seehunde beginnt Ende Mai und dauert etwa sechs Wochen. Die Weibchen bringen ihre Jungen meist auf abgelegenen Sandbänken zur Welt. Bei der nächsten Flut folgen die Jungtiere mit ihrem kurzen, wasserabweisenden Fell, der Mutter ins Wasser. Die jungen Seehunde werden vier bis sechs Wochen lang von der Mutter gesäugt und sind anschließend auf sich allein gestellt. Die Jagd nach Fischen müssen sie selbstständig lernen.

Wie sieht die Zukunft der Robben aus?

Störungen durch Menschen und die Verschmutzung der Nordsee gefährden den Lebensraum der Seehunde auch heute. Darum gibt es an der Nordsee weitreichende Schutzmaßnahmen. Forschungseinrichtungen, wie die Seehundstation in Norden-Norddeich helfen dabei, die Lebensweise der Meeressäuger besser zu verstehen und die Schutzmaßnahmen weiter zu verbessern. Aber auch das richtige Verhalten jedes Einzelnen trägt zum Erhalt der Seehunde bei.

 

 

 

 

Mehr über Seehunde erfahren

Mehr über Seehunde und Kegelrobben erfährt man in der Seehundstation Norddeich. Hier kann man die Tiere auch während der Fütterung beobachten.
 

Seehundstation Norddeich


In der Seehundstation Norddeich kann man Seehunde hautnah erleben. Die interaktive Ausstellung gibt interessante Infos über die Meeressäuger.

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