Das Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe.

Emden ist wie eine Zwiebel angelegt: Auf den äußeren Ring folgen die Wall-Ringanlage und der innerstädtische Ring. Am besten fängt man innen an, beispielsweise bei den schwimmenden Museen vor dem Rathaus oder der Johannes a Lasco Bibliothek – und arbeitet sich langsam nach außen zum Wall mit Kesselschleuse vor.
An Emdens Blütezeit erinnert das goldene Segelschiff auf der Spitze des Rathauses am Ratsdelft. Damals, im 16. Jahrhundert, florierte der Handel und in Emden waren mehr Schiffe beheimatet als anderswo auf der Welt. Ein Wall umgab die Stadt und schützte sie und ihre Bewohner vor Eindringlingen. Bis heute ist dieses grüne Bauwerk eines der Wahrzeichen der Stadt – und bis heute hat sich in seinem „Schutz“ einiges von Emdens Historie erhalten.
Ein Rundgang auf der baumgesäumten Wallanlage ist zugleich ein Spaziergang durch die Stadtgeschichte – und das auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern. Als der Wall ab Mitte des 18. Jahrhunderts seine Bedeutung als Wehranlage verlor, errichteten die Bürger auf einigen Zwingern Mühlen. 1802 entstand zum Beispiel die schmucke Vrouw-Johanna-Mühle am Marienwehrster Zwinger, die vor einigen Jahren aufwändig restauriert worden ist und ihre Flügel repräsentativ in den Emder Himmel streckt.



Nicht weit davon entfernt befindet sich der Schwanenteich – eine hübsche Park-Anlage, die 1926 angelegt worden ist, und seither zur Idylle für erholsame Stunden avancierte. Nur einen Steinwurf entfernt ist von 1886 bis 1888 die Kesselschleuse errichtet worden. Sie ist eine von wenigen in Europa und verbindet vier Wasserläufe – und sie ist Treffpunkt vieler „Bootje“-Fahrer aus nah und fern. Emden wird gerne „Klein-Venedig“ genannt, weil viel schiffbares Gewässer durch die Stadt fließt. So sind es etwa 150 Kilometer Wasserläufe, die zu Ausflugsfahrten einladen.
Ganz in der Nähe des Walles am Roten Siel steht Emdens ältestes Haus – das „Gödenser Haus“ aus dem Jahre 1551. Nebenan befindet sich die Neue Kirche, Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Von hier aus erstreckt sich entlang des Walls nach Süden der Stadtteil Klein-Faldern mit kleinen Seitenstraßen und liebevoll restaurierten Bürgerhäusern, die einen Eindruck vom alten Emden vermitteln.
Bei einem Bummel durch die Brückstraße in Richtung Innenstadt passiert man den Rathaus-Torbogen zum Delft – dem maritimen Herzen der Stadt mit drei schwimmenden Museen und dem „Otto-Huus“ des bekannten Emder Komikers Otto Waalkes. Einige Gehminuten entfernt erinnern die Pelzerhäuser – zwei restaurierte Renaissance-Bürgerhäuser – an die einstige Architektur der Stadt, die im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört wurde. An dieses dunkle Kapitel erinnert das Bunkermuseum. Die ehemalige Ruine der Großen Kirche in der Altstadt ist heute die „Johannes a Lasco Bibliothek“, ein Studienzentrum mit einer wertvollen Bücher- und Dokumentensammlung.
Kunstfreunde treffen sich „Hinter dem Rahmen“– auch dorthin ist der Weg über den Wall der malerischste. Verlässt man die Anlage beim Albringwehrster Zwinger in Richtung Stadtmitte, so ist entlang des „Hinter Tiefs“ die Kunsthalle zu erreichen, die Henri Nannen seiner Heimat-Stadt stiftete. Wechselnde Ausstellungen sind neben den eigenen Beständen der Sammlung Henri Nannen und der Schenkung Otto van de Loo das dritte Segment der Kunsthalle in Emden.


Adresse
Tourist-Information Emden
Alter Markt 2a
26703 Emden
Telefon 04921/97400
Fax 04921/97409
Internet http://www.emden-touristik.de/
E-Mail ti(at)emden-touristik.de
Erwähnenswert
Emden liegt an der Außenems nördlich des Dollarts und ist die westlichste Hafenstadt an der deutschen Nordseeküste. Vor allem wegen des großen kulturellen Angebots mit der großen Museenvielfalt, der unzähligen Wasserläufe und der vielen sonnenbeschirmten Straßencafés übt die Stadt vor allem auf Tagesbesucher eine starke Anziehungskraft aus.