Nordsee-Tester Tedbat: Bild "Weltnaturerbe"

Bei Wind und Wetter das Welterbe entdecken

Zwischen dem Teutoburger Wald und dem Weserbergland lebt Tedbat mit ihrer Familie. Mit Begeisterung kam ihre Tochter von einer Klassenfahrt an der Nordesse zurück. Aus den Erzählungen wurde das Interesse bei Tedbat geweckt. Nun kam sie sich mit ihrem Mann auf die unvergessliche „Bild.de Weltmaturerbe“ Tester-Reise an der niedersächsischen Nordsee.

 

Bei Wind und Wetter erprobten die beiden das Meer und den schlickigen Grund zwischen Inseln und Festland.

 



Name: Tedbat

Alter: 44 Jahre

Wohnort: Frankfurt

Reisezeitraum: Oktober

Norddeich - 16.Okt.

Wir genießen unser Frühstück im Wintergarten, während direkt vor uns, die Menschen mit ihrem Gepäck gegen Regen und Wind ankämpfend auf dem Weg zum Anleger vorbeiziehen. Wir sind froh, dass wir uns heute nicht viel draußen aufhalten müssen, denn für uns kommt jetzt die letzte Etappe unserer Reise, die Seehundstation.

 

Es sind relativ viele Besucher dort, was bestimmt auch mit der bevorstehenden Fütterung zu tun hat. Um 11 Uhr ist es soweit, ein Pfleger betritt das Außengelände, welche für die Besucher absolut tabu ist. Die Tiere sollen sich gar nicht erst an den Menschen gewöhnen, schließlich sollen sie wieder ausgewildert werden. Wir erhalten viele Informationen über die Tiere in der Aufzuchtstation und Seehunde im Allgemeinen. Nebenbei verteilt ein zweiter Pfleger Heringe an die Seehunde. Nach der Fütterung begeben wir uns in die Ausstellung, hier erfahren wir noch einiges über die Tiere und ihren natürlichen Lebensraum, das Wattenmeer.


Mit Kindern sollte man diese Seehundstation auf jedem Fall besuchen, denn es wird alles sehr kindgerecht erklärt. Die Kleinen können vieles auch selbst erproben, z.B. beim einem Vergleich zwischen der Sicht eines Seehundes unter Wasser und der eines Menschen. Auch kann man erfahren, wie sich ein Robbenfell mit seinen kurzen Haaren anfühlt.


Für uns geht damit eine schöne und sehr informative Zeit zu Ende,
es steht die Rückfahrt an.

Dornumersiel - 15.Okt.

Das gute Wetter ist endgültig vorbei, es ist Herbst und nicht nur auf dem Kalender. Es stürmt und regnet nur so gegen die Scheiben als wir aufwachen.
Beim Frühstück erhalten wir vom Chef persönlich noch Informationen und Tipps zur Nordsee und Umgebung. In diesem Haus fühlt man sich als gern gesehener Gast.


Nach Neßmersiel führt uns nun unsere Reise, wo es zurzeit von oben trocken ist.


Am Hafengebäude treffen wir Herrn Ortelt, unseren Wattführer. Dieser begutachtet erstmal unsere Kleidung, besonders das Schuhwerk, und ist zufrieden. Die schwarzen Wolken am Himmel gefallen ihm genauso wenig wie uns. Dann beginnt unsere Wanderung ins Watt vorbei an den Salzwiesen, zu denen wir die ersten Erklärungen erhalten Hier sehen wir auch Strandastern und Co. Der Weg führt direkt in das Watt. Während unsere kleine Gruppe (nur wir drei) durch den „großen Matsch“ geht, erfahren wir viel Interessantes über das Leben im Wattenmeer. Kleine Regenschauer lassen uns zwischendurch die Regenjacken überziehen. Gelegentlich bleiben wir stehen, um etwas genauer hinzuschauen, hier wird eine Herzmuschel aufgehoben und dort eine Auster. letztere war hier früher nicht heimisch. Wir bestaunen den Röhrenwurm in unserer Hand, während wir den interessanten Erklärungen lauschen. Denn Herr Ortelt weiß einiges  über Wattwurm, Röhrenwurm und die vielen Wattschnecken zu berichten. Nach 2,5 Stunden sind wir zurück. Nun heißt es erstmal den Schlick von den Füßen waschen.

 

Anschließend fahren wir nach Norddeich, bei leichtem Nieselregen erreichen wir das Hotel „Fährhaus“ direkt am Hafen.
Von unserem Zimmer im 5. Stock hat man einen wunderbaren Blick auf den Hafen. Als kurz darauf der Regen nachgelassen hat, beginnen wir mit unserem Erkundungsgang - zu Fuß natürlich! Es ist ein Ort mit vielen Restaurants und kleineren Geschäften. Doch einige Zeit später öffnet der Himmel seine Schleusen endgültig. Starker Regen und kalter Wind lassen uns zum Hotel zurückkehren, wo wir uns in die Wellness-Abteilung begeben, von welcher man einen einzigartigen Blick  auf Hafen, Deich und Nordsee hat.

Esens-Bensersiel - 14.Okt.

Zum letzten Mal frühstücken wir in „Janssen´s Hotel“, dann heißt es auschecken und Abschied nehmen von Neuharlingersiel und seinem romantischen Hafen. Unsere Reise führt uns nun westwärts nach Bensersiel, wo wir die Fähre nach Langeoog betreten. Die Überfahrt ist auch diesmal sehr ruhig, nur die Sonne fehlt inzwischen, denn der Himmel ist grau und wolkenverhangen. Dort angekommen fahren wir erst einmal mit der bunten Inselbahn vom Fähranleger in den Ort.

Wieder einmal erkunden wir zu Fuß das Eiland. Zuerst geht es zu dem Wasserturm, von welchem wir die Aussicht genießen. Unser Weg führt uns unter anderem am Kurhaus vorbei, in dem gerade eine Leonardo-da-Vinci-Ausstellung ist. An vielen Stellen im Ort laden bunte Strandkörbe zum Verweilen ein. In einem davon legen wir eine windgeschützte Pause ein, (Der Wind hat inzwischen zugenommen und ist jahreszeitbedingt sehr kühl.) Es herrscht ein lebhaftes Treiben um uns herum.

 

Der Ort ist bedeutend größer und lebhafter als auf Spiekeroog. Für Familien mit Kindern bestimmt besser. Wahrscheinlich können sie auf Langeoog, der ebenfalls autofreien Insel, viel unternehmen. Mir persönlich gefiel das etwas beschaulichere Spiekeroog besser mit seinen kleinen Inselwäldern. Leichten Einfluss hat bestimmt auch das nicht mehr so gute, aber noch trockene Wetter, denn bei Sonne und Windstille sieht alles besser aus.

 

Die Fähre bringt uns zurück nach Bensersiel, von hieraus geht es weiter nach Dornumersiel, wo wir ein neues Quartier beziehen.
Inzwischen ist der Himmel dunkelgrau, trotzdem wagen wir uns vor die Tür, denn schließlich wollen wir die Umgebung erkunden! Wir wenden uns Richtung Hafen und Deich, kaum sind wir dort, beginnt es zu regnen. Dunkelheit und Regen sind nicht so ideal für eine Besichtigung, weshalb wir zu unserem Hotel „Buten Diek“ zurückkehren. Schnell ziehen wir trockene Sachen an und begeben uns nach unten ins Restaurant, welches eine ausgezeichnete Küche hat. In diesem kann man auch hausgemachte Marmeladen usw. erwerben.

Rundflug - 13.Okt.

Nachdem Frühstück fahren wir zum Flughafen nach Harle. Das Wetter ist noch immer gut, der heutige Morgen ist sehr klar und es ist kaum Wind. Wir fliegen mit einer „Cessna 172 XP“. Unser Rundflug über das Wattenmeer beginnt also bei bestem Flugwetter und Ebbe.

 

Zuerst fliegen wir Richtung Nordwest, vorbei an Spiekeroog und Langeoog, nun sehen wir die Seehundbänke einmal von oben. Weiter geht es vorbei an Baltrum mit seiner kurzen Landebahn, wie uns der Pilot erklärt. Anschließend fliegen wir nach einer großen Kurve ostwärts. Da sieht man wieder Langeoog mit seinen zwei Türmen dann kommt die grüne Insel Spiekeroog und zum Schluss noch Wangerooge. Aber viel faszinierender als die Inseln von oben, ist das Wattenmeer mit all seinen Prielen und Sandbänken… das kann man wirklich schlecht beschreiben. Dieses ungewöhnliche, schöne Erlebnis endet mit einer sachten Landung auf dem Flughafen der LFH in Harle.


Später am Nachmittag machen wir einen Deichspaziergang, zwischendurch genießen wir die Sonne mit Blick auf Meer und den Strand und die Strandkörbe.
Abends findet für Kinder ein Laternenumzug statt, dieser führt durch den Ort und über den Deich direkt vor unserem Balkon vorbei. Das war für mich ein eher ungewöhnlicher Tag, denn so ein Flug über das Wattenmeer ist schon etwas Besonderes, ich werde mich gerne daran zurück erinnern.

Spiekeroog - 12.Okt.

Wir beginnen den Tag mit einem guten Frühstück und genießen bei Kaffee bzw. ostfriesischem Tee mit Kandis den Blick auf den Hafen Neuharlingersiels mit seinen Fischkuttern. (Wobei der entsetzte Blick meines Mannes angesichts der kleinen Teetassen gut ist, denn normalerweise trinkt er seinen Tee aus einem großen Teepot mit viel Milch.)


Anschließend heißt es warm anziehen, denn es steht eine Kutterfahrt auf dem Programm und auf dem Meer ist es nun mal kühler, auch wenn es die Sonne an diesem  Herbsttag wieder gut mit uns meint. Um 10:30 Uhr soll es losgehen. Wir begeben uns also zur Anlegestelle der „Gorch Fock“, dort wird uns mitgeteilt, dass sich die Abfahrt tidebedingt verschiebt und wir noch 30 Minuten Zeit haben. Wir suchen uns einen windgeschützten, sonnigen Platz und beobachten das Treiben im Hafen.


Dann geht es los, wir stechen in See, (eine sehr ruhige Nordsee). Mit an Bord ist Frau Kreusel von der „Nabu Oldenburg“, diese erzählt viel über die Nordsee mit ihrem Wattenmeer und ihren Lebewesen. Sie weißt uns auf die verschiedenen Vögel hin. Von Lachmöwen über Eiderenten zu all den Zugvögeln auf ihrer Durchreise, welche gerade reichlich vorhanden sind. Unsere Fahrt führt uns zuerst zu den Seehundbänken an der Ostseite von Langeoog, hier liegen die Seehunde ganz ruhig am Strand, so als wollten sie sich bei dem herrlichen Wetter sonnen. Anschließend geht es weiter bis in den Hafen von Spiekeroog.


Diese Insel mit ihren kleinen Häusern erkunden wir zunächst einmal für uns bei einem langen Spaziergang durch den Ort und die Dünen. Unterwegs sehen wir auch Stranddisteln, ein Symbol Spiekeroogs. Wir gelangen am Haus des Gastes vorbei, in welchem auch das „Kuriose Muschelmuseum“ ist. Hier kann man viele tausende von Muscheln sehen, welche aber mit einer witzigen Bezeichnung versehen sind, so heißt z.B. eine kaputte Herzmuschel „gebrochenes Herz“. (An der Wand daneben stehen aber auch die korrekten Bezeichnungen.)


Weiter geht es zur Aussichtsdüne mit der großen Skulptur „Utkieker“. Von hier haben wir eine sehr gute Sicht über die Insel, die Nordsee bis hin nach Langeoog und zur anderen Seite Wangerooge.

 

Am späten Nachmittag treffen wir uns mit Frau Kreusel, welche uns jetzt bei einem 1-stündigen Gang, einiges über die Insel erklärt. Bewohner und Vegetation werden uns nahe gebracht, während wir die älteste Kirche der Ostfriesischen Inseln betrachten und uns ein Schwimmdach gezeigt und erklärt wird.


Dann heißt es zurück zum Hafen, in welchen gerade die „Gorch Fock“ einläuft, also alle wieder an Deck. Jetzt lernen wir noch etwas über die Bewohner der Nordsee, denn so ein Kutter ist ja auch zum Fischfang da. Die Beute wird mitten auf dem Schiff in ein Wasserbecken gegeben. Nun werden mit Hilfe der anwesenden Kinder die Fische, Krabben, Seenadeln usw. in kleine, mit Wasser gefüllte durchsichtige Gefäße gesetzt, um sie anschließend über den ganzen Kutter jedem zuzureichen, bevor die Kinder, diese wieder in ihre Freiheit entlassen.

 

Inzwischen steht die Sonne schon sehr tief, als wir in Neuharlingersiel in den Hafen einlaufen. So einen Tag kann ich Familien mit Kindern, aber auch Paaren jedes Alters nur empfehlen! Wir haben viel Interessantes gesehen und gehört.

Neuharlingersiel - 11.Okt.

Es ist soweit, bei kühlen 2 Grad, aber Sonnenschein und blauem Himmel fahren wir zu Hause los. Am frühen Nachmittag sind wir in Neuharlingersiel und checken in „Janssen´s Hotel“ ein, dieses liegt direkt am Hafen. Wir bekommen ein Zimmer in neueren Diekhus. Von diesem haben wir einen herrlichen Blick über den Deich, welcher sich direkt vor dem Balkon befindet, auf die Nordsee.

Nun erkunden wir bei einem Rundgang den Ort. Unsere Runde beginnen wir am Rettungsschuppen, welcher auch ein Museum enthält. Weiter geht es um den Hafen herum bis zur Anlegestelle der Spiekeroog-Fähre. Auf unserm Weg durch die Stadt kommen wir unter anderem auch am Sieltor vorbei. Hier kann man die großen Pumpen sehen und auf einer Tafel wird anschaulich erklärt, wann und warum diese eingesetzt werden. 

Weiter geht es zum Sielhof, einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert in einem kleinen Park. Irgendwann gelangen wir zum Kurhaus. Zwischendurch genießen wir den Blick über die Standkörbe auf das Meer und atmen die frische Seeluft, während wir auf dem Deich sitzen und die Möwen über uns kreisen. Die Sonne lacht uns heute fröhlich an.


Neuharlingersiel wirkt sehr malerisch mit  seinem Hafen und der Hafenmauer. Dahinter stehen Häuser aus rotem Backstein und im Hafenbecken selbst liegen einige Krabbenkutter.

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Das Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe.

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