Das Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe.
Die Nordsee für Ihren PC!
Schicken Sie Ihren PC in den Nordseeurlaub.
Laden Sie mit einem Klick kostenlos den Nordsee-3D-Bildschirmschoner
herunter und genießen Sie die Weite der niedersächsischen Nordsee vor dem heimischen Computer.
So vergeht die Zeit zum nächsten Nordseeurlaub noch schneller!
Mit Nationalpark-Ranger Wietjes im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

„Unsere Aufgaben sind vielfältig“, erzählt Wietjes über seine Arbeit und die der Kollegen auf den Nachbarinseln. Eine davon Öffentlichkeitsarbeit: Bei naturkundlichen Führungen zeigt er die großen und kleinen Sensationen von Wattwurm, Austernfischer, Queller, Strandflieder und Wurzellaus. Auf diesen Wanderungen kann man erfahren, warum das Wattenmeer die „Drehscheibe für den Vogelzug“ ist oder was eine Salzwiese von den Wiesen des Binnenlandes unterscheidet. Die Ranger geben gern Ratschläge, wo und wie man im Nationalpark am besten Natur erleben kann, ohne sie zu stören. Eine andere ist es, Brut- und Zugvögel zu erfassen, Dünen- und Salzwiesenentwicklungen und grundsätzlich jede Veränderung des Naturraumes zu dokumentieren und die sensible Lebensgemeinschaft vor Störungen zu bewahren.
Regelmäßig zählt er die Vögel auf Baltrum. Das heißt für ihn vor allem: warten und beobachten. Zwar leben nur knapp 500 Menschen auf Baltrum, dafür aber tausende Vögel. „Allein die Population der Lachmöwe ist in diesem Jahr von 5900 auf 9500 gestiegen“, berichtet der Wächter. Zur Brutzeit im Mai und Juni herrscht deshalb in eigens ausgewiesenen Gebieten „absolutes Betretungsverbot“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Auch das muss er überwachen. „Den meisten Urlaubern muss man den Sinn der Beschränkungen nicht erklären.“ Schutz der Natur und Freizeit in der Natur sind kein Widerspruch. Hermann Wietjes ist um ein harmonisches Miteinander bemüht. Aber immer wieder werden auch Grenzen überschritten.
Wir dürfen den Nationalpark-Ranger heute bei seiner Arbeit begleiten und streifen mit ihm durch die wogende Dünenlandschaft und über die weißen Strände der Insel. Langsamverschwindet in unserem Rücken der Hafen. Wir folgen dem so genannten Gezeitenpfad. Ein gerade erst entstandener Lehrpfad mit klug gemachten und hochwertigen Info-Tafeln und Installationen, an denen Kinder begeistert Hand anlegen können, ohne Angst haben zu müssen, gleich etwas kaputt zu machen. Der knapp sieben Kilometer lange Pfad beginnt in den Salzwiesen am Hafen, wo neben der Pflanzenwelt auch anhand eines Modells Ebbe und Flut erklärt wird.

„Nipptide?“, fragt ein Inselgast erstaunt beim Studium des Gezeitenwechsels in die Runde und scherzt: „Ich dachte immer, das wären hier die Schnäpschen . . .“ An der nächsten Station am Baltrumer Ententeich testen zwei Jungs gerade die Wirkung von Wasser und Wellen, wenn sie bei einer Sturmflut auf einen Deich treffen. Sie bringen die Wellenmaschine so schnell auf Touren, dass das Wasser aus dem Experimentierbecken schwappt und der halbe Platz geflutet wird. An einer anderen Stelle können sie ihr eigenes Trinkwasser aus der Süßwasserlinse zutage fördern. Und ein Stück weiter in den Dünen mit einer handgetriebenen Windmaschine den Sandflug simulieren. „Ein Aha-Erlebnis nicht nur für Kinder“, ist sich Hermann Wietjes sicher. Möglich gemacht haben diesen Lehrpfad die Gemeinde Baltrum, der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie das Nationalparkhaus Baltrum (BUND). Schautafeln erläutern den Deichbau, erzählen aus der Inselgeschichte und informieren über Strandschätze: Muscheln.
Auf einem verschlungenen Pfad wandern wir weiter durch eine raue und hügelige Landschaft. Tiefe Täler hat der Wind in die karge Landschaft gefräst, die hier der Tundra ähnelt. Eine Landschaft, die so unfertig wirkt, als wäre die Schöpfung noch nicht abgeschlossen. Wir klettern 19 Meter hoch auf eine Aussichtsdüne, die am Wegesrand liegt und genießen den Ausblick auf die sanft fließende Hügellandschaft. Es ist eine der höchsten natürlichen Erhebungen Ostfrieslands. „Die Baltrumer Schweiz“, sagt Hermann Wietjes und breitet seinen Arm im Halbkreis aus. Ein erhabenes Gefühl, hier oben zu stehen.
„Von keiner Stelle aus ist es schöner zu sehen, wie das Meer und der Wind diese Insel formten“, steht auf der Schautafel „Baltrum auf einen Blick“ zu lesen. „Genießen Sie das Panorama. Lassen Sie die Schönheit der Natur und die faszinierende Landschaft auf sich wirken.“ Ein Pärchen ist neben dem Ranger stehen geblieben, genießt die Naturgeräusche und fotografiert die Aussicht. „Es gibt keine Autos, keinen Lärm und es ist schön grün“, sagen sie. „Nach so einem Ort haben wir lange gesucht in Deutschland.“ Wir blicken über das schöne Land und können uns nicht satt sehen. Doch Hermann Wietjes hat in der Zwischenzeit bereits mit dem Abstieg begonnen.