Das Wattenmeer gehört zum Weltnaturerbe.
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Abtauchen in eine andere Welt oder sich einfach nur treiben lassen und alles um sich herum vergessen: In wohltemperierten Wasser beginnt die Flucht ins Wohlgefühl. Da kommt leicht der Wunsch auf: Ich will mehr.
Zugegeben. Die Erkenntnis, dass Wasser und Bewegung unserem persönlichen Wohlbefinden gut tun, ist nicht ganz neu. Wohlfühl-Kompetenz besaßen schließlich schon die alten Römer mit ihren luxuriösen Thermen für das Volk. Dort traf man sich, schwamm ein paar Runden, aß, las und war froh, den dunklen, im Winter kalten Behausungen entkommen zu sein. Man ließ es sich gut gehen.
Eine spontane Idee
Ihr „Mens sana in corpore sano“ (gesunder Geist in gesundem Körper) des Dichters Juvenal hat inzwischen schon zwei Jahrtausende überdauert. Die Idee kam ganz spontan. Als der Boden der U-Bahn unter meinen Füßen vibrierte und jemand hinter mir laut ins Ohr prustete. Ich hatte das Gefühl, dass ich abschalten, etwas für meine Gesundheit tun musste – und die ist schließlich mein wichtigstes Gut. Auch wenn man das im hektischen Alltag schnell mal verdrängt.
Ein kleiner Urlaub
Gesundheit ist physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden, definiert die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO). Ich musste raus. Nur für ein paar Tage wenigstens. Ein Kurzurlaub. Drei Tage, so stand es im Prospekt, würden dem Gast vorkommen wie „ein kleiner Urlaub“. Ich hatte nur noch eines im Sinn. Ich wollte mich wohl fühlen.


Der Körper ist das Haus der Seele
Sollten wir unser Haus nicht pflegen, damit es nicht irgendwann verfällt?“ Das Wort Wellness kannte der weise Alexandriner Philo Judaeus zwar noch nicht, meinte aber wohl dasselbe wie der amerikanische Sozialmediziner Halbert I. Dunn. Die Wellness-Bewegung entstand in den USA.
Das Ziel: Die Amerikaner sollten mehr Sport treiben und sich gesund ernähren, um seltener krank zu werden und so die finanziellen Belastungen für das Gesundheitssystem zu reduzieren. Der Arzt setzte es 1959 aus den treffenden Begriffen „wellbeing“ und „fitness“ zusammen. Mit „wellbeing“ meinte er das Wohlsein von Körper und Seele, erreicht durch „Maßnahmen, die das individuelle, subjektive Wohlbefinden steigern und objektiv die Gesundheit fördern. Dabei kann es sich um Fitness, Ernährung, Meditation, Massagen, Ayurveda oder Aquajogging, aber auch um Körper- oder Schönheitspflege handeln.
Es gibt eine einfache Grundformel
Ein Wellness-Aufenthalt sollte immer aus eigenem Empfinden erfolgen, also dann, wenn man das Gefühl hat, dass man abschalten, etwas für seine Gesundheit tun muss. Eine Kur orientiert sich stets an medizinischen Kriterien. Sie ist vor allem eine Rehabilitationsmaßnahme, um Genesungsprozesse zu beschleunigen. Sie wird verschrieben, um Krankheiten und Symptome zu lindern oder zu heilen. Darum muss ein Arzt über eine Kur entscheiden.
Eine Oase der mentalen Stille
Ich hatte mir mein ganz persönliches Wohlfühlprogramm zusammengestellt. Ein Wochenende an der Nordsee sollte es sein. Nur Meer und Weite. Eine Oase der mentalen Stille. Da, wo die Luft salzig, feucht und klar und vor allem schadstofffrei und rein ist, sodass schon das Atmen eine reinigende Wirkung hat. Ein unendlicher Outdoor-Bereich, der zur Nordsee gehört wie der Wind und seine endlosen Strände. Durch das Brechen der Wellen geraten nämlich Jod und Salzteile fein zerstäubt in die herzerfrischende Luft und beim Einatmen in Bronchien und Schleimhäute. Ein Aufenthalt an der See ist deshalb immer auch wie eine Kur: Intensiv-Urlaub und Balsam für Körper und Seele.
Nachdem ich angekommen war, machte ich erst einmal am weiten Strand einen ausgedehnten Spaziergang, um mich zu akklimatisieren. Der Alltag versinkt, das Ich taucht auf und marschiert völlig losgelöst von Träg- und Laschheit über den Strand mit seiner unberührten Natur.
Streichholzgroße Spaziergänger verlieren sich in der endlosen Weite und stapfen durch ein riesiges Beauty- und Wellness-Center. Die steife Brise wehte aus Nord. Das Auge erholte sich beim Blick über die aufgewühlte Nordsee. Die Küste mit ihren sieben Inseln zählt zu den Spitzenreitern aller Kur- und Heilbäder im Wellnessland Niedersachsen –besagt die Rangliste des Wirtschaftsministeriums.




Massagen und Fango
Auch, dass Massagen und Fango allen möglichen Erkrankungen vorbeugen und Besserung versprechen, hatte ich schon mal irgendwo gelesen. Die langsamen, rhythmischen Streicheleinheiten haben eine tiefe, entspannende Wirkung auf das Nervensystem, bauen Stress ab und versetzen den Körper in einen wunderbaren Ruhezustand.
Nicht zu verwechseln sind diese Massagen allerdings mit medizinischen oder therapeutischen Massagen im Rahmen von Heilkuren. Medizinisch nicht bewiesen ist zwar die Fuß-Reflexzonen-Massage. Aber sie löste dennoch großes Wohlbefinden bei mir aus. Und im Cleopatrabad, einer Wanne mit wohltemperiertem Wasser mit Öl, Milch, Essenzen und Blüten versetzt, wurde meine Haut geschmeidig und aufnahmefähig.
Verjüngungskur für Leib und Seele
Die sanften Entspannungsmethoden erlebe ich als Balsam für Körper und Seele. Ein Aufenthalt an der See macht jung. Nicht nur die Haut wird faltenfrei, sondern auch das Herz. Das Ziel meiner Reise: das eigene Ich. Ich kehre zwar nicht als neuer Mensch, wohl aber als zufriedener und gelassener Mensch in den Alltag zurück.
Bild und Text: SKN Druck und Verlag GmbH & Co