Robby´s Verwandtschaft

Der Seehund gehört zu der Familie der Robben. Sie sind an der Nordseeküste weit verbreitet und gehören hier zu den bekanntesten Meeressäugetieren. Der Seehund hat sich an das Leben und die Fortbewegung im Wasser sehr gut angepasst. Der Körperbau ist torpedoförmig und der Kopf geht ohne erkennbaren Hals in den Körper über. Durch seine bewegliche Wirbelsäule und die hinteren Flossen kann er sich unter Wasser durch seitliche Bewegungen pfeilschnell fortbewegen. So elegant Seehunde auch im Wasser sind, so unbeholfen wirken sie an Land. Ihre kurzen Flossen sind nur wenig zur Fortbewegung geeignet. Daher „robben“ Seehunde im wahrsten Sinne des Wortes mit Hilfe ihres Rumpfes durch den Sand.
Seehunde können bis zu vierzig Jahre alt, zwei Meter groß und bis zu einhundert Kilo schwer werden. Ein beträchtlicher Teil des Gewichtes entfällt auf das Fettgewebe, das die Seehunde bei ihren langen Jagdausflügen im Meer vor Unterkühlung schützen soll. Der Seehund hat ein graues Fell mit Flecken auf dem Rücken.

 


Seine natürlichen Feinde sind die Raubwale, wie z. B. der Schwertwal. Früher wurden die Seehunde auch durch die Menschen bejagt. Noch gefährlicher aber für den Seehund sind die zunehmende Verschmutzung und die Überfischung der Nordsee. Zurzeit leben im Niedersächsischen Wattenmeer rund 6200 Seehunde. In der Nordsee sind es rund 19000 Tiere. Viele Eigenschaften des Seehundes sind noch weitgehend unbekannt, wie Wanderungen, Tauchdauer, Tauchtiefe oder Fischverbrauch.

Der Seehund wird in den Sommermonaten auf den Sandbänken geboren. Das Seehundweibchen bekommt in der Regel ein Junges pro Jahr. Es ist dann etwa 80 cm groß und wiegt zwischen sieben und fünfzehn Kilo. Die Mutter säugt das Baby vier bis sechs Wochen. Die Robbenmilch ist besonders nahrhaft und die jungen Seehunde wachsen rasant heran. In dieser Zeit folgt die Mutter ihrem Kind und bewacht es. Trotzdem kann es immer wieder vorkommen, dass durch Störungen von Menschen, Stürme oder Krankheiten die jungen Seehunde von ihrer Mutter getrennt werden. Diese verwaisten Jungen werden dann zu so genannten „Heulern“, wegen ihrer Rufe nach der Mutter.

 


Wenn du einen Heuler finden solltest, dann halte dich an folgende Regeln:

 

1. den Heuler nicht anfassen
2. selbst weiten Abstand halten und Hunde fernhalten
3. Seehundjäger, Seehundstation oder Polizei benachrichtigen

 

Vor Ort wird sorgfältig geprüft, ob das Junge wirklich verlassen worden ist. Nach Möglichkeit soll das Jungtier wieder Anschluss an seine Mutter finden. Tatsächlich verlassene, überlebensfähige Jungtiere werden von der Seehundaufzuchtstation aufgenommen und betreut. Die Heuler werden zunächst vom Tierarzt untersucht, mit einer Flossenmarke versehen und einige Tage in einem speziellen Wasserbecken gehalten. Erst später werden Kleingruppen gebildet, um Kontakte mit Artgenossen zu ermöglichen. In den ersten Lebenswochen werden die Heuler mit einer speziellen Aufzuchtmilch mit Fischbrei ernährt. Langsam lernen sie, selbstständig Fisch zu fressen, bis sie im Alter von ca. sechs bis acht Wochen auch lebende Beute fangen können.

Wenn sie ein Gewicht von ca. 30 kg erreicht haben, werden die jungen Seehunde wieder ausgewildert. Wenn du lebende Seehunde sehen möchtest, dann unternimm doch eine Fahrt in See entlang der Seehundbänke. Der Kapitän erklärt den Lebensraum und die Lebensweise der Seehunde unterhaltsam und bei diesen umsichtig durchgeführten Fahrten werden die Seehunde nicht gestört. Fast jede Reederei an der Nordseeküste bietet diese Fahrten an. Oder besuche eine der Seehundaufzucht- und Forschungsstationen wie in Norden-Norddeich. Sie befindet sich im Wellenpark neben der Kurverwaltung.

 


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